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Begegnung in Angespanntheit oder als Seelenbegegnung?

„Begegnungen mit anderen“ und ich waren sehr, sehr viele Jahre keine best friends. Ja, ich bin in Kontakt gegangen. In meiner Komfortzone im privaten Umfeld war ich auch redselig und offen. Im small talk, in neuen oder in beruflichen Situationen war ich bereit für Gespräche und gleichzeitig gehemmt bzw. zurückhaltend.

Nie unbekümmert oder angstfrei. Die Angst war mir meistens nicht bewusst, sie hat mich jedoch angespannt sein lassen.

 

Und das ist die Energie, die ich gegenwärtig in vielen persönlichen Begegnungen auch bei meinen Gegenüber spüre. Angespannte Zurückhaltung, weil gewisse aktuell globale Themen nicht angesprochen und übergangen werden oder angespannt verärgert, weil eben bestimmte Themen angesprochen werden.

Bildquelle: pixdeluxe – getty Images Signature

Wenn Energie nicht fließen kann, werden Begegnungen oft von Ärger und Wut dominiert

Sehr leicht werden diese Begegnungen emotional bedrückend erlebt. Und das, was da steuert – die sich zeigende Emotion – ist weniger durch das gegenwärtige Erleben verursacht, sondern ist eine gespeicherte Erfahrung aus der Vergangenheit, die durch das gegenwärtige Erleben aktiviert wird.

 

Der Anlass aktiviert eine gespeicherte Emotion, die uns in der Vergangenheit stark geprägt hat und aktiviert damit ein Verhalten, das wir einmal gelernt haben (weil damals für uns notwendig). Diese starke Prägung und Speicherung in uns hat dazu geführt, dass wir genau diese Emotion und dieses Verhalten oft leben und dadurch so konditioniert haben, dass wir glauben „das bin ich“ oder „ich bin halt so“. Bzw. gehen wir davon aus, dass der Anlass die Emotion bedingt und rechtfertigt.

Wie es zu Energiestau kommen kann

Ich möchte es gerne anhand einer anderen Situation beschreiben. Wer die letzten Blogartikel gelesen hat weiß, dass mein Mann und ich seit einigen Wochen eine – mehrheitlich entzückende – Welpe aufgenommen haben: Emily.

 

„Verrückte fünf Minuten“ kennt wahrscheinlich jede.r Hundehalter.in. Bei Emily waren es anfangs deutlich mehr als fünf Minuten Verrücktzeiten. Puh, ich könnte über unsere ersten Wochen wahrscheinlich ein Buch schreiben! Ich kürze es hier ab. Es haben sich viele Aspekte angesammelt, die mich immer öfter verärgert und sogar wütend werden ließen. Auf gut Wienerisch war ich ziemlich oft „ang’fressen“.

 

Wut, weil mein Hund nicht so „funktionierte“. Wut, weil die Sozialisierungsbedingung für mich hier in Oberösterreich deutlich erschwerter waren als in Niederösterreich, wo ich meine erste Hündin aufgezogen habe. Wut, weil auch mein Mann in der Hundeerziehung nicht immer so „funktionierte“... 

 

Wut ist eine Emotion, die ich gut kenne und mittlerweile auch sofort identifizieren kann, sobald sie sich meldet und von der ich weiß, wie unglaublich anstrengend sie sich körperlich anfühlt. Und Wut ist eine der Energien, die ich gegenwärtig in Begegnungen mit anderen auch bei anderen spüre. Darum schreibe ich heute darüber.

 

Was mir in dieser konzentrierter Zeit der Welpensozialisation klar geworden ist:

ich habe sehr prägnante (ich kann dazu auch schon starr sagen) Bilder, Vorstelllungen, Erwartungen in mir, wie die Sozialisierung zu funktionieren hat oder sein soll. Und wenn die Realität nicht diesen Vorstellungen entspricht, staut sich Energie an dieser starren Vorstellung in mir auf und ich spüre sie als das, was wir mit Ärger oder Wut bezeichnen. Im besten Fall spüre ich diese Stauenergie. Es kann auch so sein, dass ich diese Energie nicht mehr spüre, weil mein Körper bereits so angespannt ist bzw. ich das feinsinnige Energie-spüren verlernt habe (über die Kraft der Selbstzuwendung schreibe ich hier.).


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Ich bin im Widerstand mit dem, was ist – weil ich das andere will. Wenn ich aus dieser Erstarrung nicht herauskommen kann, fühle ich mich ohnmächtig. Ich bin an die Soll-Vorstellung fixiert und sehe in diesem Moment keine Möglichkeit, die Soll-Vorstellung Wirklichkeit werden zu lassen. Ich fühle mich ohnmächtig, gleichzeitig an die Soll-Vorstellung angehaftet und die Energie staut sich in mir.

 

Ich finde, hier passt das Wienerische „ang’fressen sein“ – es ist ein angegessen sein, ein vollgefülltsein mit Energie.

 

Ich kann die angestaute Energie nicht in die Änderung der Situation lenken. Und dann wird der Energiestau durch Ausdruck der Verärgerung oder Wut in Bewegung gebracht.

Doch Wut und Ärger lösen keine Probleme.

Wenn du in einer solchen Situation bist und es dir möglich ist, die Wut-Energie in dir zu spüren und du es aushältst, ihr nachzuspüren, zeigt sie dir das, was ihr zugrunde liegt. Es ist nicht angenehm, die Wutenergie auszuhalten.

 

Und doch meldet sich mit der Zeit der Grund für den Energiestau. Der Grund, warum das Bild (die Erwartung, die Vorstellung) so starr ist. Es zeigt sich der Grund, warum es scheinbar genau so sein soll und nicht anders.

 

In meinem Beispiel war es die innere Bewertung, dass ich etwas falsch gemacht haben würde, wenn sich unser Hund nicht entsprechend entwickelt – bzw. die Angst davor, es falsch zu machen.

 

Ärger und Wut liegt eine Angst zugrunde.

Wie gelingt es dir, aus der Starre in die Beweglichkeit zu kommen?

Die eine Möglichkeit, in solchen Situationen wieder beweglich zu werden, habe ich schon beschrieben.

 

Schau dir das Bild an, das du als Realität haben möchtest, spür der Energie nach und frage dich: warum soll es so sein?

Die andere Möglichkeit ist, dass du deine Aufmerksamkeit wieder ganz zu dir bringst.

Ohnmächtig fühlen ist ein „ohne Macht fühlen“. Du fühlst deine eigene Macht nicht – du bist dir deiner Kraft, deiner Handlungsfähigkeit nicht bewusst, du spürst dich grad nicht. Diese Wahrnehmung kann dann entstehen, wenn wir uns (körperlich, energetisch) nicht bewusst wahrnehmen sondern mit der Aufmerksamkeit woanders sind.

 

Mich körperlich spüren, mich energetisch selbst spüren lässt meine Aufmerksamkeit wieder bei mir sein. Dann bin ich gegenwärtig und handlungsfähig – in meiner Macht. Ich erkenne, wie ich weiter gehen kann und bin nicht mehr blockiert. Dann fühle ich mich nicht mehr ohne Macht. 

Bei mir sein und mir Zeit für das Erkennen geben

Bei mir sein und mir Zeit für das Erkennen geben, was grad in mir ist, finde ich immer, jedoch gerade jetzt besonders wichtig. Die Situationen, die uns jetzt im Außen begegnen, lassen sehr viele emotionale Speicherungen der Vergangenheit in uns aktiv werden.

 

Mich einschränkende Emotionen, die ich spüre, haben selten ihre Ursache in gegenwärtigen Begegnungen. Wir können genau jetzt aufgrund der aktuellen Auslöser Blockierungen in uns auflösen und freier von gespeicherten Mustern werden. Was ich wiederum sehr schön an der aktuellen Zeit finde.

Seelenbegegnung trotz Meinungsverschiedenheit

Auch wenn wir gegenwärtig in Begegnungen die Meinung des / der anderen nicht verstehen können, können wir aus dem „bei mir sein“ und aus dem mit meiner Seele verbunden sein eine bewertungsfreie Begegnung leben. Wenn wir der / dem anderen auf Seelenebene begegnen spüren wir den ganzen Menschen und nicht nur die gezeigte Energie. Diese Seelenbegegnungen sind eine ganz besondere Qualität von Begegnungen.

 

Und so wünsche ich dir Zeit, bei dir zu sein und gut zu erkennen, was grad ist.

Wenn du hier mit meiner neuen Meditation „Geborgen in dir“ unterstützt werden möchtest, findest du sie auf dieser Seite.

 

Von Herzen,


Übrigens:

seit ich mein starres Bild des „Hundesozialisierungs-Soll“ und die zugrundeliegende Angst aufgelöst habe, ist die Welpenzeit in unserem Haus sehr entspannt und harmonisch – und Emily hat wirklich nur mehr „verrückte 5 Minuten“ und nicht Dauerschleifen 


Erspüre deine Seelenkraft

3 Schlüsselfähigkeiten sind essentiell dafür, aus deiner Seelenkraft heraus zu leben. Hier lernst du, wie du sie aktivierst.

 

Erfahre, wie du es dir ermöglichst,

  • dich wieder in deinem Körper gut zu fühlen
  • anderen Menschen entspannt zu begegnen und dich gleichwertig zu fühlen
  • einfach Ich-Selbst zu sein und deine Seelenkraft zu spüren & zu leben - ohne Gedanken, die ständig bewerten


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